Kultur

Vortrag von Prof. Dr. Edgar Franke

„Einsamkeit und Einsamkeitsschäden in der Gesellschaft“

Homberg/Berlin. Nachdem im vorigen Jahr der geplante 1. „Externe Impuls“ mit Dr. Eugen Drewermann coronabedingt nicht in der Stadthalle stattfinden konnte, wird dies Format zukünftig jährlich die vielfältigen und regelmäßigen Veranstaltungen ‚Kunst + Kultur im GLASHAUS – da-sein. hier-sein. wir-sein.‘ ergänzen und ein breites Publikum auf das alternative Programm aufmerksam machen.
Der „Externe Impuls“ thematisiert in diesem Jahr „Einsamkeit“ und soll ‚der Start‘ in die Realisierung von kreativen und innovativen Angeboten zur Prävention sein – sowohl regional auf Landkreisebene, wie auch überregional.

„Einsamkeit und Einsamkeitsschäden in der Gesellschaft“
2. Externer Impuls der Projektgruppe DAsein im Homberger Kulturring e.V.

Vortrag von Prof. Dr. Edgar Franke, Parlamentarischer Staatssekretär beim
Bundesminister für Gesundheit, Berlin

am Donnerstag, den 18. August, um 19:00 Uhr,
in der Stadthalle Homberg (Efze):

Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, Fragen an eine Podiumsrunde zu stellen.
Teilnehmer der Runde sind: Der Referent Prof. Dr. Edgar Franke, der Erste Kreisbeigeordnete
Jürgen Kaufmann, Dr. Dirk Pörschmann, Direktor des Museums für Sepulkralkultur und Bernd Foerster, Projektgruppenleitung „DAsein“.

„DAsein“ ist, als ‚Institutionsunabhängiges Projekt‘, auf ehrenamtlichem Engagement aufgebaut – von Menschen für
Menschen - und kann durch die Gründung von autonomen „Projektgruppen DAsein“ in andere Regionen der Republik übertragen werden.

Durch diesen Ansatz hebt sich das ‚Pilot-Projekt‘ in Homberg auch von allen Präventionsangeboten ab, die bisher wesentlich aus Netzwerken im Gesundheitswesen tätiger Berufe, und deren ‚Zulieferindustrie‘ getragen werden.“
Das Thema des Vortrags ist seit Jahren in Wissenschaft und Politik bekannt und nach drei Corona-Jahren heute aktueller denn je.
2018 erschien eine, als bedeutende Warnschrift bezeichnete, Veröffentlichung des Neurowissenschaftlers und Psychiaters Prof. Dr. Manfred Spitzer unter dem Titel „Einsamkeit. Die unerkannte Krankheit“.
2019 forderte die SPD einen Regierungsbeauftragten, der sich um Einsamkeit und Einsamkeitsschäden in der Gesellschaft
kümmert.
In einem Zeitungsinterview sagte der damalige gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Prof. Dr. Karl Lauterbach, dazu:
„Bisher wurde die Zahl der Krankheiten, die durch Einsamkeit ausgelöst werden, unterschätzt.
Neueste Forschungsergebnisse beweisen, dass diese häufig psychische Leiden wie Depressionen, Angststörungen, aber auch starke Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Demenz auslöst.“ Auch aus anderen Parteien kam Unterstützung.
Der damalige familienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Marcus Weinberg, betonte „Es müsse mehr Angebote geben, die es einsamen Menschen ermöglichen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“.
Ein eigener Bereich zur Koordinierung entsprechender Maßnahmen auf Regierungsebene sei für ihn vorstellbar. FDP und GRÜNE wollten von der Regierung wissen, wie sie das Ausmaß des Problems von Einsamkeit für die öffentliche Gesundheit in der Bundesrepublik bewertet und wie hoch die gesamtwirtschaftlichen Kosten eingeschätzt werden.
Experten sprechen bereits von einer ‚Einsamkeits-Epidemie‘, da in den Industriestaaten die Zahl der Menschen, die sich allein fühlen, stark steigt.
Durch die Digitalisierung dürfte sich dieser Trend in den nächsten Jahren noch weiter verstärken.
Schon am 17. Dezember 2019 wurde, im Kontext einer Mitgliedschaft von „DAsein“ als Projektgruppe im Kulturring Homberg, eine ‚Neuausrichtung‘ hinsichtlich Struktur und Angebotsbreite angeregt, besonders in die Bereiche ‚Vereinsamung und Trauer‘, Vernetzungsmöglichkeiten mit kommunaler Seniorenarbeit.
Am 14. März 2022 haben HKR und Projektgruppe die Aufnahme von „DAsein“ in den Homberger Kulturring e.V., nach coronabedingten Ausfällen der wiederholt angesetzten Jahreshauptversammlungen, in einer Presse-Information veröffentlicht.

Explizit ist darin thematisiert: Mit engagierter Bürgerunterstützung kann sich die „Projektgruppe DAsein“ dann auch zusätzlich
dem großen Zukunftsthema „Einsamkeit in der Gesellschaft“ widmen.
Durch die Verbindung zu zahlreichen Referentinnen, Referenten und anderen Mitwirkenden aus unterschiedlichsten Fachdisziplinen kann die „Projektgruppe DAsein“ viele Erfahrungen und Anregungen im Blick auf die Arbeit und den Umgang mit einsamen Menschen und ihren Bedürfnissen in eine vernetzte Prävention einbringen.

Einlass in die Stadthalle ist um 18:30 Uhr. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr mit der Begrüßung der Gäste durch Frau Christine Foerster, Projektgruppenleitung „DAsein“.
Nach dem Referat von Prof. Dr. Franke können die Besucher Fragen an die Podiumsrunde
stellen.
Der Eintritt ist frei – eine Spende für die ehrenamtliche Arbeit der Projektgruppe „DAsein“ wird erbeten. (Projektgruppe „DAsein“)