Tourismus

So war der Tag der Burgen & Schlösser

Hohenburg zog mit ihrer Geschichte interessierte Besucher*innen an

Das Wetter war durchwachsen, ein Wechsel von Sonne, Wolken und kleinen Regengüssen. Das hielt jedoch rund 150 Besucher*innen nicht davon ab, sich auf der Hohenburg und im HohenburgMuseum über die bewegte Geschichte der Burg zu informieren. Damals grollte und donnerte es, als die Kanonenkugeln während des Dreißigjährigen Krieges auf die Burg niedergingen. Heute direkt auf der Burg kann man noch die geschliffenen Mauern und Trümmerreste aus dieser Zeit bestaunen. Burgführer Hans Skamel wußte Geschichten und Geschichte aus dieser Zeit lebendig zu erzählen. So waren die zwei Burgführungen, die an dem Tag der Burgen und Schlösser am 24. April von ihm und der Burgberggemeinde angeboten wurden, spannend und detailreich.

Hans Skamel schilderte die unterschiedlichen geschichtlichen Ereignisse, gab interessante Details über das Leben auf der Burg preis und erzählte Geschichten und Anekdoten von Menschen, die auf der Burg lebten. Er führte seine Gäste nicht nur in den Marstallkeller, wo ein Lagerraum für Lebensmittel gewesen sein soll. Der Keller hat die Bezeichnung „Marstallkeller“, weil er unter den Pferdestallungen lag. Hans Skamel zeigte den Besucher*innen auch das Burgplateau mit Burg- und Wurzgarten. Er wurde angelegt, als man beim Bau des Burgturms Samen aus vergangenen Burgzeiten fand. So erstand der alte Burggarten mit seinen Kräutern und Heilpflanzen wieder neu. Der Burggarten befand sich damals an anderer Stelle, am alten Küchenhaus.

Als Highlight betraten die Gäste das ehemalige Brunnenhaus mit dem 150 Meter tiefen Brunnen. Dort konnten sie einen Euro in eine Metallbox einwerfen und damit das Licht im Brunnen einschalten. Anschließend wurde über eine Schippe Wasser in den Brunnen entlassen und man konnte das Wasser fallen sehen und erahnen, wie tief der Brunnen sein muss, weil das Wasser erst viele Sekunden später auf der Wasseroberfläche des Brunnens aufschlug. Die Teilnehmer*innen der Führung erfuhren Wissenswertes über die Wasserversorgung der Burg und wie das Wasser damals vom Brunnen in die großen aus Tuffstein gefertigten Wasserbehälter geleitet wurde.

Am Ende der Führung wies Burgführer Skamel auf die Möglichkeit hin, den Burgturm zu besteigen, sich frei auf der Burg zu bewegen und in die Burgstuben einzukehren. 

Viele Besucher nutzten nach der Besichtigung der Burg die Möglichkeit, sich im HohenburgMuseum am Marktplatz 16 noch intensiver mit der Geschichte der Burg zu beschäftigen. Alfred Uloth von der Burgberggemeinde führte seine Gäste durch das Museum und schilderte anhand von Exponaten, die auch aus dem Burgbrunnen bei den Grabungen ans Tageslicht befördert worden waren, mit Bildern, Tafeln und einer Rekonstruktion der damaligen Burg die bewegte Geschichte. Im Mittelpunkt seiner Führungen stand die Belagerung und der Beschuss der Burg im Dreißigjährigen Krieg. Dieses Geschehen  dokumentiert der einmalige Bild- und Wortbericht des Johann Daniel Homagius über die letzten Kriegshandlungen (Belagerung, Beschießung, Rückeroberung der Burg) im Januar 1648. Kanonen- und Musketenkugeln, Bruchstücke von Waffen zeugen vom endgültigen Untergang der Festung. Weitere wichtige Dokumente sind die „Briefe aus dem Steinhaufen“ und der „Homberger Friedensvertrag“ vom 9.2.1648. Die für diese schreckliche Zeit ungewöhnlich humane Gesinnung des Vertrages erläuterte Alfred Uloth am Text des Friedensvertrages. Eine Tafel mit den wichtigsten Geschichtsdaten zur Burg ergänzt diesen Themenbereich. Alfred Uloth schaute in interessierte, zum Teil erstaunte und zufriedene Gesichter. Denn solch eine spannende Geschichte der Burg bewegt noch heute die Gemüter, insbesondere auf dem aktuellen Hintergrund des Krieges in der Ukraine. (di)