Mobilität
10 Jahre d’Bus in Homberg (Efze): Bürger fahren Bürger
Der Bürgerbus bringt Menschen seit zehn Jahren sicher, kostenfrei und zuverlässig ans Ziel
Seit zehn Jahren ist der Bürgerbus d’Bus auf den Straßen Hombergs unterwegs und längst zu einem festen Bestandteil des städtischen Lebens geworden. Ob Arztbesuch, Einkauf, Banktermin, Veranstaltung oder ein anderer wichtiger Weg: d’Bus bringt Menschen in der Kernstadt und den 22 Stadtteilen dorthin, wo sie hinmöchten – und auf Wunsch auch wieder bis vor die Haustür zurück.
Das Besondere dabei: Bürger fahren Bürger. Der Fahrdienst wird von engagierten Hombergerinnen und Hombergern ehrenamtlich organisiert und durchgeführt. Die Nutzung des Bürgerbusses ist kostenfrei; Spenden sind willkommen.
Von der Idee zum erfolgreichen Mobilitätsangebot
Entwickelt wurde der Bürgerbus zwischen Sommer 2015 und Herbst 2016 im Rahmen des Programms „Land mit Zukunft“ mit Unterstützung der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ und der Herbert Quandt-Stiftung.
Organisatorisch ist der Bürgerbus eine Abteilung des Vereins „Bürger für Homberg e.V.“. Im August 2016 konnte der Verein mit Unterstützung der Herbert Quandt-Stiftung einen gebrauchten Opel-Kleinbus erwerben. Am 20. Oktober 2016 nahm d’Bus seinen Betrieb auf.
Nach mehr als drei Jahren zeigte sich, dass das erste Fahrzeug den Anforderungen des täglichen Einsatzes nur noch eingeschränkt gerecht wurde. Insbesondere fehlten eine ausfahrbare Trittstufe und ein zusätzlicher Haltegriff an der Schiebetür. Deshalb stellte der Verein im Herbst 2019 beim Land Hessen einen Förderantrag für ein neues Fahrzeug im Rahmen der Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“.
Am 4. Dezember 2019 kam die erfreuliche Nachricht: Der Antrag wurde bewilligt. Seit Mitte Dezember 2019 ist d’Bus 2 in Homberg unterwegs – besser ausgestattet und noch stärker auf die Bedürfnisse der Fahrgäste ausgerichtet.
Persönlich, unkompliziert und nah an den Menschen
Der Bürgerbus ist mehr als ein Verkehrsmittel. Gerade für Menschen, die nicht oder nicht mehr selbst Auto fahren können, bedeutet d’Bus ein Stück Selbstständigkeit und Teilhabe.
Die Fahrgäste werden zu Hause abgeholt und nach ihrem Termin wieder nach Hause gebracht. Damit schließt d’Bus eine wichtige Lücke im öffentlichen Mobilitätsangebot der Stadt.
Aktuell engagieren sich 29 Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich in der Abteilung Bürgerbus, darunter neun Frauen. Viele der Helferinnen und Helfer befinden sich in der nachberuflichen Lebensphase und investieren ihre Zeit und Erfahrung für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Ein eingespieltes Team hinter den Kulissen

Damit an den Fahrtagen alles reibungslos funktioniert, beginnt die Arbeit schon einige Tage vorher. Montags und mittwochs ist das Telefonteam jeweils zu zweit von 14:30 bis 17:00 Uhr in der Fachwerkerei am Marktplatz 9 im Einsatz.
Von 15:00 bis 16:30 Uhr können dort die Fahrtwünsche für den jeweils nächsten Fahrtag telefonisch entgegengenommen werden. Anschließend wird aus den zahlreichen individuellen Wünschen der Fahrplan zusammengestellt.
Die Kundenkartei umfasst inzwischen rund 160 Fahrgäste, überwiegend ältere Bürgerinnen und Bürger aus Homberg und seinen Stadtteilen.
Dienstags und donnerstags ist d’Bus von 8:30 bis 17:30 Uhr in zwei Schichten unterwegs. An einem durchschnittlichen Fahrtag werden rund 20 Fahrten durchgeführt, bis zu 20 Fahrgäste befördert und etwa 140 Kilometer zurückgelegt.
Auch für Kinder, Jugendliche und Vereine unterwegs
Der Einsatz von d’Bus beschränkt sich längst nicht mehr auf den regulären Fahrdienst. Neben rund 100 regulären Fahrtagen pro Jahr kommt der Bus an etwa 50 weiteren Tagen zum Einsatz.
Dann bringt d’Bus beispielsweise Kinder aus den Homberger Kindergärten oder Jugendliche des Jugendzentrums ans Ziel. Auch im Rahmen der Ganztagsbetreuung und des Ferienprogramms der Osterbach-Grundschule sowie für verschiedene Vereine ist das Fahrzeug unterwegs.
So verbindet d’Bus Generationen und trägt auf vielfältige Weise zu Mobilität und gesellschaftlicher Teilhabe in Homberg bei.
Viele tragen zum Erfolg bei
Ein solches Angebot kann nur funktionieren, wenn viele Menschen an einem Strang ziehen. Die laufenden Betriebskosten werden durch Zuwendungen der Stadt Homberg und des Schwalm-Eder-Kreises, durch Spenden der Fahrgäste sowie durch Spenden Homberger Ärzte und Betriebe mitgetragen.
Eine besonders wichtige Säule sind die zahlreichen Sponsoren. Sie unterstützen den Bürgerbus finanziell und nutzen zugleich die Werbeflächen des Fahrzeugs. Damit ist d’Bus nicht nur ein praktischer Helfer im Alltag, sondern auch eine sichtbare Verbindung zwischen engagierten Unternehmen und der Homberger Bürgerschaft.
Zehn Jahre d’Bus – eine beeindruckende Bilanz

Zehn Jahre Bürgerbus bedeuten eine beeindruckende gemeinsame Leistung:
- über 800 Fahrtage
- mehr als 15.000 Fahrten
- rund 11.000 beförderte Fahrgäste
- etwa 120.000 gefahrene Kilometer.
Hinter diesen Zahlen stehen vor allem Menschen: ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer, Mitglieder des Telefonteams, Unterstützer, Sponsoren und natürlich die vielen Fahrgäste, die d’Bus nutzen und damit zeigen, wie wichtig dieses Angebot für Homberg ist.
„Bürger fahren Bürger“ – dieses Motto beschreibt bis heute den Kern des Projekts. d’Bus zeigt, was möglich ist, wenn Menschen Verantwortung füreinander übernehmen und gemeinsam dafür sorgen, dass Mobilität nicht an fehlenden Möglichkeiten scheitert.
Nach zehn erfolgreichen Jahren gilt deshalb vor allem eines: d’Bus kommt – und wir bewegen Homberg. (di/Verein „Bürger für Homberg e.V.“ – Abteilung Bürgerbus)

