Bild vom Rathaus

Homberger Stadtgespräch

Starkes Interesse am Projekt „Sozialer Zusammenhalt“

Marvin Coker informierte über den aktuellen Stand der Innenstadtentwicklung

Wie kann die Homberger Innenstadt in den kommenden Jahren noch attraktiver, lebenswerter und zukunftsfähiger werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das jüngste „Homberger Stadtgespräch“ am 18. Juni im Gasthaus Krone. Rund 15 interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ zu informieren und ihre Anregungen einzubringen.

Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Julian Stötzer vom Fachbereich Wirtschaft, Stadtentwicklung und Tourismus der Stadt Homberg (Efze). Anschließend stellte Marvin Coker vom Kasseler Planungsbüro ProjektStadt der Nassauischen Heimstätte | Wohnstadt die bisherigen Ergebnisse und den aktuellen Arbeitsstand des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) vor.

Das Entwicklungskonzept bildet die Grundlage für die zukünftige Stadtentwicklung im Fördergebiet und soll bis Ende des Jahres fertiggestellt werden.

Stärken erkennen, Potenziale nutzen


Die bisherigen Analysen basieren auf zahlreichen Workshops, Beteiligungsformaten und Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern, die von Anfang Dezember 2025 bis in den März 2026 stattgefunden haben. Dabei wurde deutlich, dass die Homberger Innenstadt über viele Stärken verfügt, gleichzeitig aber auch Herausforderungen zu bewältigen hat.

So gilt die historische Altstadt als identitätsstiftendes Merkmal mit hohem touristischem Potenzial. Gleichzeitig bestehen Sanierungsbedarfe: Rund 42 Prozent der Gebäude im Fördergebiet sind sanierungsbedürftig, knapp zehn Prozent stehen leer. Dennoch bietet die Innenstadt attraktive Voraussetzungen – viele Einrichtungen sind fußläufig erreichbar, die Wohnqualität ist hoch und die historischen Gebäude eröffnen vielfältige kulturelle Nutzungsmöglichkeiten.

Auch wirtschaftlich verfügt Homberg über gute Voraussetzungen. Als Mittelzentrum mit wichtigen Behördenstandorten verzeichnet die Stadt Beschäftigungswachstum und einen wachsenden Dienstleistungssektor. Gleichzeitig stellen die vergleichsweise hohe Arbeitslosenquote und die langfristig prognostizierte Bevölkerungsentwicklung Herausforderungen dar.

Positiv bewertet wurden zudem das breite Bildungs- und Betreuungsangebot, die vielfältigen Naherholungsräume sowie das Engagement der Stadtgesellschaft. Verbesserungsbedarf sehen die Analysen unter anderem bei der Barrierefreiheit, der Radverkehrsanbindung einzelner Stadtteile und der verkehrlichen Situation in der Innenstadt.

Aufenthaltsqualität im Fokus

Ein zentrales Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ist die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Künftig sollen deshalb insbesondere die Themen Barrierefreiheit, Begrünung und die Gestaltung öffentlicher Räume stärker berücksichtigt werden. Auch die Verkehrsführung wird näher untersucht. In den Beteiligungsprozessen wurde wiederholt die starke Dominanz des Verkehrs im Innenstadtbereich thematisiert.

Trotz dieser Herausforderungen wird Homberg von seinen Einwohnerinnen und Einwohnern insgesamt sehr positiv wahrgenommen. „Homberg ist eine Stadt der kurzen Wege. Viele alltägliche Besorgungen können zu Fuß erledigt werden. Gleichzeitig wird die Stadt als familienfreundlich wahrgenommen und verfügt über eine gute medizinische Versorgung sowie zahlreiche Beratungsangebote“, betonte Coker.

Leitbild für die Zukunft

Unter dem Leitbild „Homberg bewegt: belebt und vielfältig für Jung und Alt“ wurden aus den gewonnenen Erkenntnissen nun konkrete Maßnahmen abgeleitet. Ziel ist eine lebendige Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität, attraktiven Grünflächen, guten Versorgungsstrukturen und vielfältigen Begegnungsorten für alle Generationen.

Zu den zentralen Handlungsfeldern gehören die Entwicklung des Gebäudebestands, die Aufwertung öffentlicher Freiräume, die Förderung von Bildung, Kultur und sozialem Miteinander sowie die Stärkung der lokalen Wirtschaft. Darüber hinaus spielen die Themen Sicherheit, Klimaschutz sowie Sport- und Bewegungsangebote eine wichtige Rolle.

Reger Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Die Anwesenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Ideen einzubringen und über die Zukunft ihrer Stadt zu diskutieren. Das Stadtgespräch bot damit nicht nur Informationen zum aktuellen Planungsstand, sondern auch eine wichtige Plattform für Beteiligung und Austausch.

Hintergrund

Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ist Voraussetzung für die Teilnahme am Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“. Es definiert die Ziele, Maßnahmen und Projekte für die Entwicklung des Fördergebiets in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren. In Homberg umfasst das Fördergebiet unter anderem die Bereiche Freiheit, Ziegenhainer Straße und Wallstraße. Darüber hinaus wird geprüft, den Bereich rund um den Stellberg und die Untergasse in die weitere Entwicklung einzubeziehen.

Weitere Informationen zum Projekt und zu Beteiligungsmöglichkeiten finden Interessierte auf der Internetseite der Innenstadtentwicklung: https://www.homberg-innenstadt.de/

Die Reihe der Homberger Stadtgespräche wird am Donnerstag, 20. August 2026, um 19 Uhr im Gasthaus Krone fortgesetzt. Dann steht das Thema „Was ist ein außerschulischer Lernort?“ im Mittelpunkt. Referent wird Sascha Kurzrock von der Erich-Kästner-Schule Homberg sein. (di)