Mobilität
Mobilitätstag auf dem Homberger Marktplatz: gute Mobilität braucht passende Möglichkeiten
Mobilität, die zu den Menschen passt, hört nicht an der Stadtgrenze auf
Beim Mobilitätstag auf dem Homberger Marktplatz wurde ausprobiert, diskutiert und nach vorne geschaut. Ob Bürgerbus, Fahrrad, Bahn, Carsharing oder Lastenrad – die Veranstaltung zeigte: Für gute Mobilität braucht es nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern viele passende Möglichkeiten.
Wie kommen wir künftig gut, bezahlbar und flexibel von A nach B? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Mobilitätstages der Stadt Homberg (Efze). Auf dem Marktplatz konnten sich Bürgerinnen und Bürger informieren, neue Angebote kennenlernen, selbst ausprobieren und mit Fachleuten sowie Verantwortlichen ins Gespräch kommen.
Bürgermeister Nico Ritz begrüßte zusammen mit Pfarrer Dirk Glitzenhirn vom Evangelischen Forum die Besucherinnen und Besucher und machte deutlich, dass Mobilität weit mehr ist als die Frage, welches Verkehrsmittel genutzt wird.
Gute Mobilität bedeute Lebensqualität. Sie ermögliche es Menschen, zur Arbeit zu kommen, einzukaufen, Freunde zu besuchen, ihre Freizeit zu gestalten oder einfach selbstständig unterwegs zu sein. Deshalb wolle man gemeinsam schauen, welche Angebote zu Homberg und der Region passen.
Auch Christian Sippel, MdL (Bündnis 90/Die Grünen), war vor Ort und beteiligte sich am Austausch über die Herausforderungen und Chancen moderner Mobilität im ländlichen Raum. Musikalisch sorgte die Gruppe „True Colors“ für gute Stimmung auf dem Marktplatz.
Nicht nur über Mobilität reden, sondern sie ausprobieren
Der Mobilitätstag setzte bewusst auf Information und praktisches Erleben. Wer wollte, konnte E-Bikes und Lastenräder der Homberger Firma Rothauge testen und dabei feststellen, wie alltagstauglich diese Verkehrsmittel sein können.
Auch für die jüngsten Besucherinnen und Besucher gab es viel zu entdecken. An einer Fahrrad-Lernstation konnten sie spielerisch Gleichgewicht, Anfahren und Bremsen üben. Damit wurde deutlich: Mobilität ist ein Thema für alle Generationen – und sie kann auch Spaß machen.
Viele Wege führen zum Ziel
Bus, Bahn, Fahrrad, Bürgerbus, Carsharing oder Auto: Im ländlichen Raum braucht es unterschiedliche Möglichkeiten, damit Menschen mobil bleiben können. Gerade deshalb wollte die Stadt Homberg beim Mobilitätstag nicht nur über einzelne Verkehrsmittel sprechen, sondern den Blick auf das gesamte Mobilitätsangebot richten.
„Wir wollen Alternativen zum Auto zeigen, die zugleich bezahlbar und alltagstauglich sind“, erklärte Mobilitätsexperte Michael Schramek.
Denn das eigene Auto sei für viele Menschen auf dem Land nach wie vor unverzichtbar. Gleichzeitig könne es sinnvoll sein, dort, wo es möglich ist, andere Angebote zu nutzen. So könne beispielsweise ein Fahrrad für den kurzen Weg in die Innenstadt reichen, während für eine andere Strecke Bus, Bahn oder Carsharing die passende Lösung sein könnten.
Homberg denkt Mobilität regional
Die Stadt Homberg beschäftigt sich bereits seit rund zehn Jahren mit verschiedenen Mobilitätslösungen. In diesem Jahr ging sie einen weiteren Schritt und beteiligte sich erstmals an einem regionalen Netzwerk im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche. Gemeinsam mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV), den Städten Baunatal, Eschwege und Kassel, dem Landkreis Kassel, dem Land Hessen und weiteren Partnern soll das Thema Mobilität über die einzelnen Stadt- und Gemeindegrenzen hinaus betrachtet werden.
Denn eine wichtige Erkenntnis des Tages lautete: „Mobilität hört an der Stadtgrenze nicht auf.“
Pendlerinnen und Pendler fahren zur Arbeit in die Nachbarstadt, Schülerinnen und Schüler besuchen Schulen an anderen Orten, Menschen fahren zum Arzt, zum Einkaufen oder in ihrer Freizeit in die Region. Deshalb müssen auch Mobilitätsangebote übergreifend gedacht werden.
Bürgerinnen und Bürger zeigen, wo es noch fehlt
Besonders wichtig war beim Mobilitätstag die Perspektive der Menschen vor Ort. An einer interaktiven Karte konnten Besucherinnen und Besucher markieren, wo sie sich bessere oder zusätzliche Mobilitätsangebote wünschen.
Damit wurde aus dem Mobilitätstag mehr als eine reine Informationsveranstaltung: Die Bürgerinnen und Bürger konnten selbst Hinweise geben und sichtbar machen, wo im Alltag noch Verbesserungsbedarf besteht.
Auch Fachleute und regionale Akteure brachten ihre Erfahrungen ein. An Informationsständen ging es unter anderem um Radverkehr, Bahn, Carsharing und Fördermöglichkeiten. Vertreten waren unter anderem der ADFC, der NVV, der Schwalm-Eder-Kreis und die LEADER-Regionen mit der Region Mittleres Fuldatal.
Bürgerbus zeigt: Es funktioniert
Wie erfolgreiche Mobilität vor Ort aussehen kann, zeigte der Homberger Bürgerbus.
Der Bürgerbus ist ein gutes Beispiel dafür, dass Mobilitätsangebote funktionieren können, wenn sie sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und von der Gemeinschaft getragen werden.
Auch Klaus Ohlwein vom Ortsbeirat Welferode informierte zusammen mit Anita Capitain über das Carsharing-Projekt in Welferode.
Gemeinsam weiterdenken
Fachvorträge und Expertengespräche beschäftigten sich unter anderem mit dem Bahnalltag auf dem Land, regionalen Mobilitätsangeboten für den Tourismus und der Verkehrswende in der kommunalen Planung. Bei einer Podiumsdiskussion wurden unterschiedliche Verkehrsstrategien diskutiert. In einem Linienbus konnten Besucherinnen und Besucher direkt mit Expertinnen und Experten ins Gespräch kommen. Wichtig war dabei die Frage: Was brauchen die Menschen in Homberg und in der Region noch? Nur wenn man darüber miteinander spricht, können neue Ideen entstehen. Der Mobilitätstag hat einen wichtigen Impuls gegeben. Er hat vorhandene Angebote sichtbar gemacht, neue Möglichkeiten zum Ausprobieren geschaffen und vor allem eines gezeigt: Zukunftsfähige Mobilität beginnt vor Ort – und sie gelingt am besten, wenn Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und regionale Partner gemeinsam weiterdenken und daran arbeiten. (di/Fotos: Uwe Dittmer)


















