Bürgerinformation
Zweites Stadtgespräch: Stadtpark Alter Friedhof
Stadtpark wird neugestaltet: Eröffnung erster Bereiche bis Ostern geplant
Mit der umfassenden Neugestaltung des Stadtparks schreitet eines der zentralen Projekte der Stadtentwicklung im Förderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ weiter voran. Bürgermeister Dr. Nico Ritz begrüßte die Bürgerinnen und Bürger, die sich zum „Stadtgespräch“ im Kulturzentrum Krone eingefunden hatten. Im Mittelpunkt stand diesmal das Thema „Stadtpark Alter Friedhof“.
Planer Heiko Donath informierte über die Entwicklung des Parks zu einem attraktiven Naherholungsraum und wichtigen Verbindungsareal zwischen Neustadt, Kreisverwaltung, Schulzentrum Hermann-Schafft-Schule und Altstadt. Der Stadtpark soll künftig ein Treffpunkt für alle Generationen und Bevölkerungsgruppen sein.
Zudem lud der Bürgermeister dazu ein, Themenvorschläge für künftige Stadtgespräche einzubringen, um gemeinsam über weitere Projekte und Entwicklungen in der Stadt zu sprechen. Das nächste Stadtgespräch findet am Donnerstag, 19. März 2026, um 19 Uhr in der Krone statt. Das Thema wird derzeit abgestimmt und zeitnah bekanntgegeben.
Planungsgeschichte und gestalterischer Ansatz
Bereits seit 2020 arbeitet das Planungsteam um Referent Heiko Donath vom Büro Setzpfandt aus Weimar an der Umgestaltung des Parks. Ein vierköpfiges Team verschaffte sich vor Ort einen umfassenden Eindruck als Grundlage für die Planungen.
„Ich kann einen Park gestalten, aber keine sozialen Probleme lösen“, betonte Donath. Damit unterstrich er den Anspruch, durch eine qualitätsvolle Gestaltung positive Impulse für das Miteinander zu setzen, zugleich aber auch die Grenzen planerischer Einflussmöglichkeiten anzuerkennen.
Klare Struktur und neue Aufenthaltsqualität
Der Stadtpark mit seinen 43 Grabmälern, historischen Wegen und der etwas versteckt gelegenen Kirche wurde funktional neu geordnet. Grabmalbereich und Spiel- und Veranstaltungsbereich sind nun klar voneinander getrennt. Die katholische Kirche erhielt eine barrierefreie Erschließung über eine sanft ansteigende Rampe mit vier Prozent Gefälle. Eine gezielt angelegte Blickachse öffnet den Blick auf den Bergfried.
Ein zentrales Element ist das geplante „Familiencafé“ mit erweitertem Vorplatz. Es soll als generationenübergreifender Treffpunkt dienen und zugleich die soziale Kontrolle im Park stärken. Der neue Spielplatz entsteht in größerer Entfernung zur Parkstraße. Der erste Bauabschnitt soll bis Ostern 2026 fertiggestellt sein.
Pflanzungen stärken Klima und Erscheinungsbild
Im Herbst 2025 wurden umfangreiche Pflanzungen vorgenommen. Insgesamt 23 neue Bäume – darunter Schwarznuss, Schwarzkiefer, Feldahorn, Linden, Hainbuche, Esskastanie, Amberbaum, Eberesche, Eibe und Winterlinde – ergänzen und erneuern den Gehölzbestand nachhaltig. Die Qualität der Pflanzungen überzeugte die Verantwortlichen. Die Arbeiten wurden von der Firma Klei ausgeführt, deren Engagement ausdrücklich gewürdigt wurde. Weitere Baumpflanzungen sind vorgesehen. Erste Schneeglöckchen und Frühblüher kündigen bereits jetzt den nahenden Frühling an.
Ausstattung und weiterer Bauabschnitt
Auch die Parkmöblierung wird weiter ergänzt: Neue Lampen sollen bei Temperaturen über fünf Grad Celsius installiert werden. Der restaurierte Engel, fachgerecht instand gesetzt von Uwe Kieling, präsentiert sich wieder in würdigem Zustand. Zugleich wurde auf den zuvor sehr schlechten Zustand der Grabmale hingewiesen, der den Handlungsbedarf deutlich machte.
Ein weiterer Bauabschnitt umfasst die Wiederherstellung des Adolph-Kolping-Weges sowie den Bau des „Familiencafés“. Aufgrund laufender Abstimmungen mit der Kreisverwaltung, die noch in diesem Jahr mit der Sanierung des hinteren Waschbetongebäudes beginnt, ist für das „Familiencafé“ zunächst eine Interimslösung vorgesehen. Der endgültige Bau wird voraussichtlich erst in etwa zwei Jahren erfolgen können, damit keine Schäden durch den Verkehr der Baufahrzeuge des Landkreises am neu angelegten Stadtparkareal an der Parkstraße entstehen.
Vernetzung im Stadtraum und langfristige Perspektive
Ein Bürger hob die vielfältigen Wegeverbindungen und den zentralen Platz als besondere Qualitäten hervor. Der gebaute Zaun zur Kasseler Straße soll künftig zusätzliche Sicherheit für Kinder und Besucher bieten und wird durch die Begrünung perspektivisch zuwachsen.
Bürgermeister Dr. Ritz betonte die grundsätzliche Bedeutung des Projekts und blickte zurück: „Mitten in der Stadt ist ein Stück Stadt vergessen worden.“ Unterschiedliche Nutzungen seien bislang unkoordiniert aufeinandergetroffen. Ziel sei nun eine Lösung mit Perspektive für die nächsten Jahrzehnte.
Der Stadtpark wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern in den gesamtstädtischen Kontext eingebunden – einschließlich einer verbesserten Wegeverbindung vom Parkplatz des Einkaufszentrums durch den Park bis zur Kreisverwaltung. Dies soll zusätzliches Leben in Park und Umfeld bringen.
Geplant ist außerdem eine Boulebahn. Das „Familiencafé“ im Erdgeschoss des neuen Gebäudes wird voraussichtlich als Kiosk ausgeführt, während die obere Etage multifunktional nutzbar sein soll – perspektivisch auch für die Kantine des Landkreises und weitere Nutzungen. Insgesamt soll der Park als Ort der Begegnung für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen dienen, die soziale Kontrolle stärken und zugleich einen wichtigen Beitrag zur Klimaresilienz und Kühlung der Innenstadt leisten.
Abschließend zeigte sich ein Bürger überzeugt: „Einfach ein tolles Projekt – wir freuen uns darauf.“ Noch in diesem Jahr soll der Park weiter Gestalt annehmen – mit dem Ziel, dass die Bürgerinnen und Bürger sich zu Ostern ihren Stadtpark zurückerobern und dort künftig auch gemeinsame Feste wie das geplante Weinfest feiern können. (di)







