Städtepartnerschaft
Besuch einer offiziellen brasilianischen Delegation aus Ubatuba: Städtepartnerschaft geschlossen
Feierliche Unterzeichnung der Städtepartnerschaft zwischen Ubatuba (Brasilien), Homberg (Efze) und Wolfhagen
Vom 11. bis 14. März 2026 empfingen die Städte Homberg (Efze) und Wolfhagen eine offizielle Delegation aus der brasilianischen Küstenstadt Ubatuba im Bundesstaat São Paulo. Anlass des Besuchs war die feierliche Unterzeichnung der Städtepartnerschaft zwischen den drei Städten, mit der eine neue internationale Verbindung zwischen Brasilien und den nordhessischen Städten begründet wurde.
Die Delegation wurde von der Bürgermeisterin der Stadt Ubatuba, Flávia Comite do Nascimento, angeführt. Begleitet wurde sie von Thaila Aparecida Brito, Präsidentin der Stiftung für Kunst und Kultur, Claudinei dos Santos, Bildungsdezernent der Stadt Ubatuba, Charles Medeiros, Initiator des Städtepartnerschaftsprojekts, sowie Tiago De Ales, Gründer des Cour des Arts Museum in Belgien. Ziel des mehrtägigen Besuchs war es, den Austausch in den Bereichen Bildung, Kultur, kommunale Entwicklung und bürgerschaftliche Begegnungen zu vertiefen.

Empfang im Haus der Geschichte
Der Aufenthalt begann am Mittwochnachmittag mit einem offiziellen Empfang im Haus der Geschichte in Homberg (Efze). Bürgermeister Dr. Nico Ritz begrüßte die Gäste herzlich und lud sie ein, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die historische Verbindung zwischen den Städten, die auf den aus Homberg stammenden Chronisten und Brasilienreisenden Hans Staden zurückgeht. Sein Reisebericht „Wahrhaftige Historia“, der im 16. Jahrhundert entstand, gehört bis heute zu den bekanntesten europäischen Beschreibungen Brasiliens und seiner indigenen Bevölkerung und bildet eine historische Brücke zwischen beiden Ländern.
Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Homberg besichtigte die Delegation die Ausstellung über das Leben und Wirken Hans Stadens, die Teil der Darstellung der Reformationsgeschichte der Stadt ist.
Am Abend nahmen die Gäste zudem an einem Konzert des hr-Sinfonieorchesters in der Stadtkirche St. Marien teil, das anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums in Kooperation mit dem Kultursommer Nordhessen stattfand.
Einblicke in Wirtschaft, Bildung und Stadtgeschichte
Während ihres Aufenthalts erwartete die Delegation ein abwechslungsreiches Programm mit Begegnungen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bildung.
Am Donnerstag besuchten die Gäste das Unternehmen AKH Antriebstechnik KATT, wo sie von Geschäftsführer Paulo Cesar Becker und Betriebsleiter Gunther Bolte begrüßt wurden und Einblicke in die industrielle Produktion erhielten.
Am Nachmittag erkundete die Delegation bei einer Stadtführung durch Homberg mit Stadtführer und Türmer Mike Luthardt den historischen Stadtkern mit Marktplatz und Reformationskirche St. Marien. Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der Theodor-Heuss-Schule, bei dem mögliche zukünftige Schüleraustauschprogramme im Mittelpunkt standen.
Besuch in Wolfhagen
Am Freitag führte der Besuch die Delegation nach Wolfhagen. Dort wurden die Gäste von Bürgermeister Dr. Dirk Scharrer im Rathaus empfangen und trugen sich ebenfalls in das Goldene Buch der Stadt ein.
Im Anschluss folgte ein Rundgang entlang des Hans-Staden-Pfades mit Stationen am Hans-Staden-Platz und dem historischen Marktplatz. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Alten Rathaus besichtigte die Delegation die Hans-Staden-Ausstellung im Museum Wolfhagen. Begleitet wurde der Besuch von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft der Stadt.

Feierlicher Festakt in der Homberger Stadthalle
Höhepunkt des Besuchs war der feierliche Festakt zur Unterzeichnung der Städtepartnerschaft am Freitagabend, 13. März 2026, in der Stadthalle Homberg (Efze). Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Bildung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nahmen an der Veranstaltung teil und würdigten die neue internationale Verbindung.
Zu den Ehrengästen zählten unter anderem Dr. Philipp Rottwilm, Mitglied des Deutschen Bundestages, Thomas Ackermann, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Kassel, sowie Christin Ziegler und Christoph Sippel, Mitglieder des Hessischen Landtags. Auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Schulen, Unternehmen sowie der kommunalen Gremien aus Homberg und Wolfhagen waren anwesend.
Den musikalischen Auftakt gestalteten Schülerinnen und Schüler der Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule unter der Leitung der Musiklehrkräfte Silvia Kordes und Oliver Schaad. Mit dem brasilianischen Lied „Azulão“ eröffneten sie den Festakt und begleiteten die Veranstaltung anschließend mit weiteren musikalischen Beiträgen, darunter Martin Luthers „Ein feste Burg ist unser Gott“ sowie das brasilianische Stück „Brazil“ von Ary Barroso.
In ihren Grußworten betonten die Vertreterinnen und Vertreter der drei Städte die besondere Bedeutung internationaler Begegnungen und kommunaler Zusammenarbeit. Ansprachen hielten Bürgermeister Dr. Nico Ritz (Homberg), Bürgermeister Dr. Dirk Scharrer (Wolfhagen), Bürgermeisterin Flávia Comite do Nascimento (Ubatuba), der Bundestagsabgeordnete Dr. Philipp Rottwilm sowie Dieter Garlik, Präsident der Deutsch-Brasilianischen Gesellschaft. Durch das Programm führte der Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Thurau.
„Vor dem Hintergrund, dass uns 10.000 Kilometer Luftlinie trennen“, scheint es für manche auf den ersten Blick ein wahnsinniges Projekt zu sein. Aber: Wir brennen für diese Partnerschaft und werden sie mit Leben füllen, der weite Weg ist kein Hindernis.“
Bürgermeister Dr. Nico Ritz
„Wir haben ein gemeinsames Erbe. Diese offizielle Verbindung über Kontinente hinweg ist ein historischer Moment. Ich sehe Hans Staden als Marco Polo Brasiliens. Jetzt gibt es wieder Möglichkeiten für persönliche Freundschaften und Zusammenarbeit.“
Bürgermeister Dirk Scharrer
„Seit mehr als fünf Jahren begleite ich als Ubatubas Bürgermeisterin diese Verbindung. Mein Herz ist voller Freude für unsere Städtepartnerschaft. Ich wünsche mir eine intensive Begegnung für eine gegenseitige Entwicklung. Insbesondere Kinder und Jugendliche sollten daran teilhaben und davon profitieren.“
Bürgermeisterin Flávia Comitte do Nascimento-Pascoal
„Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Seit 20 Jahren bemühe ich mich um diese Städtepartnerschaft. Wir sollten uns erinnern und ebenso den Blick für Neues öffnen.“
Charles Medeiros
„Wer Freunde hat, ist niemals allein. Das zählt auf der globalen Ebene genauso wie auf kleiner und persönlicher Ebene. Deutschland verbindet mit Brasilien außerdem die gemeinsame Leidenschaft für den Fußball.“
Bundestagsabgeordneter Dr. Philipp Rottwilm (SPD)
Der Präsident der Deutsch-Brasilianischen Gesellschaft Dieter Garlik sicherte seine Unterstützung zu, die Städtepartnerschaft in Schwung zu bringen:
„Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich eines: Es ist schwierig, mit Brasilianern keine Einigung zu finden. Die rote Linie führt immer zum Erfolg, was wir in Deutschland oft nicht schaffen.“
Präsident Dieter Garlik
Im Mittelpunkt des Abends stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden durch die Vertreterinnen und Vertreter der drei Städte. Mit ihren Unterschriften bekräftigten sie den gemeinsamen Willen, den Austausch in den Bereichen Bildung, Kultur, Jugend, Tourismus und nachhaltige Entwicklung künftig intensiv zu fördern.
Die Städtepartnerschaft soll langfristig vielfältige Projekte ermöglichen – von Schüleraustauschen über kulturelle Kooperationen bis hin zu gemeinsamen Initiativen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Für den Spätsommer plant der Gymnasialzweig der Theodor-Heuss-Schule bereits einen Schüleraustausch, für den sich 35 Schüler angemeldet hätten.
Gerade vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen wurde die neue Verbindung als starkes Zeichen für Dialog, Freundschaft und internationale Verständigung gewertet.
Ausklang und Ausblick
Im Anschluss an den offiziellen Teil des Festakts nutzten die Gäste beim Empfang im Foyer der Stadthalle die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und zum Austausch. Begleitend wurde eine Kunstausstellung zum Thema Brasilien und Hans Staden präsentiert, die von der Kunstlehrerin Beate Voiges betreut wurde.
Mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde wurde ein neues Kapitel der internationalen Zusammenarbeit zwischen Ubatuba, Homberg (Efze) und Wolfhagen eröffnet. Die drei Städte verbindet nun die gemeinsame Vision, den interkulturellen Austausch zu fördern, Freundschaften zu vertiefen und gemeinsam zukunftsorientierte Projekte zu entwickeln. (di/Fotos: Uwe Dittmer)
Bildergalerie: Empfang im Haus der Geschichte und Festakt der Städtepartnerschaft in der Stadthalle






























© Uwe Dittmer
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