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Waldforum

Wie soll sich der Stadtwald in den kommenden Jahren entwickeln?

Das „Waldforum“ liefert weitere Impulse für die Zukunft des Stadtwaldes

Drei wesentliche Aufgaben des Waldes
Bereits im letzten Winter hatten über 280 Bürgerinnen und Bürger sowohl online als auch beim Weihnachtsbaumverkauf ihre Anregungen zur Entwicklung des Homberger Stadtwalds geäußert. Am Samstag, den 25. April, folgten etwa 20 Akteurinnen und Akteure von Interessensgruppen und Vereinen der Einladung der Stadt. In einem „Waldforum“ arbeiteten sie einen halben Tag lang in Arbeitsgruppen an Perspektiven für die zukünftige Ausrichtung der Pflege und Bewirtschaftung des Waldes.

Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Thurau begrüßte die Gäste und bedankte sich fürs Kommen. Er übergab die Moderation an Fachbereichsleiter Markus Staedt, der in die Veranstaltung einführte.

Vielfältige Sichtweisen eingebracht
Eine zentrale Anregung und Zielsetzung für alle Beteiligten ist es, aus den bisherigen Erfahrungen zu lernen, wie der Wald angesichts des Klimawandels, zunehmendem Hitzestress, Trockenheit und Schädlingsbefall u.a. mit Pflanzung von Lichtbaumarten widerstandsfähiger gestaltet werden kann. Ebenso wurde erörtert, was aus der Vergangenheit gelernt werden kann und wie eine größere Vielfalt an Baumarten zur Resilienz des Waldes beitragen kann. Lichtbaumarten sind solche, die ein hohes Lichtbedürfnis haben und viel direktes Sonnenlicht benötigen, um gesund wachsen zu können.

Eine frühzeitige und aktive Öffentlichkeitsbeteiligung, insbesondere bei Forstarbeiten oder möglichen Unstimmigkeiten, wurde ebenfalls als wichtig erachtet.

Zudem wurde angeregt, Referenz- und Lernflächen einzurichten und den Totholzanteil zur Förderung der Biodiversität zu erhöhen.

Im Bereich der Waldnutzung sprachen sich die Teilnehmenden dafür aus, die Vielfalt im Wald zu fördern und auch Lichtbaumarten stärker zu berücksichtigen.

Wasserbezogene Maßnahmen standen im Vordergrund
Beim Schutz des Waldes standen vor allem wasserbezogene Maßnahmen im Vordergrund. Vorgeschlagen wurden Mikrodämme oder Retentionsbecken, um Niederschläge gezielt im Wald zu halten. Darüber hinaus wurde betont, forstliches Wissen zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben. Neben ökologischen Aspekten wurde der Wald auch als emotionaler Schutz- und Rückzugsraum beschrieben.

Gezielte Besucherlenkung im Wald
Für den Bereich Erholung und Freizeit wurden eine gezielte Besucherlenkung sowie mehr Öffentlichkeitsarbeit für gegenseitige Rücksichtnahme angeregt. Weitere Vorschläge umfassten die Schaffung von Naturwaldentwicklungsflächen, möglicherweise in Verbindung mit einem Friedwald, zusätzliche Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche sowie die Installation einer Infotafel am Schlossberg, die Informationen über das Waldökosystem bereitstellt. Außerdem wurde der Erhalt von Nadelbäumen als ein landschaftlich reizvoller Bestandteil des Winterwaldes hervorgehoben.

Dank an alle Bürgerinnen und Bürgern sowie Akteure
Die Stadt bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern sowie Akteuren für die aktive Beteiligung. Die Ergebnisse der Online-Umfrage und des Waldforums werden in die Empfehlungen für das neue Forsteinrichtungswerk einfließen, das möglichst noch vor der Sommerpause den zuständigen Gremien vorgelegt werden soll. Ziel ist es, den Stadtwald langfristig als lebendigen, stabilen und erleb- sowie nutzbaren Lebensraum für alle Bürgerinnen und Bürger zu sichern. (di/fh/Fotos: Archiv Stadt Homberg)