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Jubiläum 500 Jahre Homberger Synode

Geschichte trifft Gegenwart: Ausstelllung der THS in der Stadtkirche St. Marien

THS eröffnet Ausstellung „Geschichte & Abbild“

Schülerinnen und Schüler der THS und Künstler Hans-Joachim Bauer machen die Homberger Synode neu erlebbar

Was bedeutet Geschichte für uns heute? Wie würden wir historische Ereignisse darstellen, wenn wir nicht nur zurückblicken, sondern sie mit unserer eigenen Lebenswelt verbinden? Und was wäre für uns selbst „heilig“ – also unbedingt bewahrenswert?

Diesen und vielen weiteren Fragen widmet sich die Ausstellung „Geschichte & Abbild“, die vom 1. bis 13. September in der Stadt- und Reformationskirche St. Marien zu sehen ist. Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Homberger Synode haben der Künstler Hans-Joachim Bauer und Schülerinnen und Schüler der THS (Theodor Heuss-Gymnasium) gemeinsam eine ungewöhnliche Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschaffen.

Die Idee zu dieser besonderen Ausstellung entstand nach der erfolgreichen Präsentation zum 500. Geburtstag von Hans Staden in der Drehscheibe. Jürgen Helm entwickelte daraus den Gedanken, auch das Jubiläum der Homberger Synode mit einer Ausstellung in der St. Marienkirche zu würdigen.

Doch „Geschichte & Abbild“ ist keine klassische historische Ausstellung. Vielmehr begegnen sich hier Kunst, digitale Bildwelten, Schülerperspektiven und historische Fantasie.

Hans-Joachim Bauer näherte sich der Geschichte der Synode auf ungewöhnliche Weise: Er ließ eine Künstliche Intelligenz Bilder zu den historischen Ereignissen erzeugen. Die Schülerinnen und Schüler der THS wiederum entwickelten ihre ganz eigenen Zugänge zur Geschichte.

Die 9. Klassen setzten sich mit dem Bild der Kirche und zentralen Begriffen rund um die Synode auseinander. Dabei entstand unter anderem die Idee für fiktive Gedenkteller – eine spielerische Form, sich mit Erinnerungskultur und Vermarktung von Geschichte auseinanderzusetzen.

Die Oberstufenschülerinnen und -schüler wagten sich noch weiter in die Gegenwart: Sie fragten sich, welche Persönlichkeiten Philipp wohl heute treffen würde. Gleichzeitig beschäftigten sie sich mit einer sehr persönlichen Frage: Was ist für uns heilig und deshalb bewahrenswert?

Auch die jüngeren Schülerinnen und Schüler brachten ihre eigene Lebenswelt in die Ausstellung ein. In ihren Bannern zeigen sie persönliche Vorlieben und Herkunftsorte – eine Idee, die an die Banner und Zeichen anknüpft, die bereits zur Zeit der historischen Synode eine Rolle gespielt haben könnten.

Und Geschichte wird nicht nur gemalt: Eine Klasse hat Stop-Motion-Filme produziert, in denen kleine Szenen zum Leben erweckt werden, die sich während der Synodenzeit so oder ähnlich hätten ereignen können. Aus historischen Spuren wird dabei eine ganz eigene Bilderwelt.

So entsteht ein facettenreiches Zusammenspiel: historische Ereignisse treffen auf künstliche Intelligenz, persönliche Fragen auf kirchengeschichtliche Themen und mittelalterliche Lebenswelten auf die Gedankenwelt junger Menschen.

Die Ausstellung lädt dazu ein, Geschichte nicht nur anzuschauen, sondern sie neu zu betrachten: Was bleibt von einem historischen Ereignis? Wie wird Geschichte zu einem Bild? Und welche Geschichten würden wir selbst heute erzählen?

Die Ausstellung „Geschichte & Abbild“ ist vom 1. bis 13. September in der St. Marienkirche zu sehen. (di/Fotos: Rolf Mänken)