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500 Jahre Reformation in Hessen – 500 Jahre Marburger Universität

Von Homberg nach Marburg: Fahrradstaffel verbindet zwei Jubiläen

Symbolische Staffelstabübergabe in der Homberger Stadtkirche

Homberg (Efze)/Marburg. Mit einer symbolischen Staffelstabübergabe in der Homberger Stadtkirche ist die Verbindung zwischen dem Reformationsjubiläum in Homberg und dem Universitätsjubiläum in Marburg hervorgehoben worden. Studierende der Marburger Stipendiatenanstalt machten sich anschließend mit dem Fahrrad auf den Weg nach Marburg. Anlass ist die enge historische Verbindung zwischen der Homberger Synode von 1526 und der Gründung der Philipps-Universität im Jahr 1527.

An der Übergabe nahmen Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz, Dekanin Sabine Tümmler und Michelle Mende teil. Mende studiert an der Philipps-Universität und wurde von der Stadt Homberg als Stipendiatin präsentiert.

Die Homberger Synode gilt als wichtiger Meilenstein der hessischen Reformationsgeschichte. Die dort beratenen kirchlichen Reformen beeinflussten auch die Entwicklung des Bildungswesens und sozialer Einrichtungen. Die Gründung der Universität Marburg im Folgejahr steht in engem Zusammenhang mit diesen Veränderungen.

Dekanin Sabine Tümmler verwies auf die Bedeutung gemeinschaftlicher Beratung, die durch die Synode angestoßen worden sei. Bürgermeister Dr. Nico Ritz betonte, dass die damaligen Beschlüsse zwar nicht mit heutigen demokratischen Verfahren gleichzusetzen seien, aber einen weitreichenden Veränderungsprozess eingeleitet hätten. Die Geschichte zeige, dass auch Impulse aus ländlichen Regionen Entwicklungen von überregionaler Bedeutung anstoßen könnten.

Neuer Radweg erschließt historische Schauplätze

Die Fahrradstaffel nutzte den neuen Radweg „Philipp 500“, der auf rund 75 Kilometern von Homberg über Ziegenhain, Treysa, Neustadt und Kirchhain nach Marburg führt. Fünf Audiostationen entlang der Strecke vermitteln Informationen zur hessischen Reformation und zum Wirken Landgraf Philipps.

Nach einer Andacht in der Homberger Stadtkirche starteten die Studierenden trotz regnerischen Wetters ihre Fahrt. Zunächst ging es nach Treysa. Von dort sollte die Gruppe ihre Tour nach Marburg fortsetzen, wo das Universitätsjubiläum mit einem Festakt eröffnet wird.

Die Fahrradaktion knüpft zugleich an die Geschichte der Marburger Stipendiatenanstalt an, die seit 1528 besteht. Bereits in der Gründungszeit wurden Studierende aus den verschiedenen Landgrafschaften nach Marburg entsandt. Das Präsentationsrecht für die Stipendiatenanstalt besteht für die betreffenden Städte bis heute fort.

Die Übergabe des Staffelstabs soll verdeutlichen, dass die Geschichte der Reformation und die Entstehung der Universität Marburg eng miteinander verbunden sind. Die Vizepräsidentin der Philipps-Universität, Professorin Evelyn Korn, betonte, dass beide Jubiläen nicht isoliert betrachtet werden sollten: „Jede gute Staffel läuft ein Stück zusammen.“ (pö)